Soziales & Soziale Integration

Sozialpolitik muss im Mittelpunkt jeder Kommune, aber auch des Landes und des Bundes stehen.

 

Hier geht es um das persönliche Wohlergehen jedes Einzelnen in der Gemeinschaft aller und um das Funktionieren dieser Gemeinschaft vor dem Hintergrund der großen Vielfältigkeit ihrer Zusammensetzung: Alt und jung, weiblich und männlich, bedürftig und wohlhabend, arbeitslos und nicht arbeitslos, behindert und nicht behindert, krank und gesund, Menschen mit Migrationshintergrund und Deutschstämmige sowie die Angehörigen der unterschiedlichen Konfessionen zusammen bilden eine soziale Einheit.

 

Die große Vielfalt macht es oft nicht leicht, das angestrebte Ziel des Wohlergehens aller zu erreichen. Bedürftige, Behinderte, Arbeitslose, Kinder, Kranke und Migranten haben in aller Regel eine viel schwächere Lobby als ihre Gegenüber. Neue Entwicklungen gehen oftmals zu Lasten dieser Gruppen.

 

Hagen Aktiv mahnt deswegen dazu, dem Aspekt der sozialen Integration in Hagen eine besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Soziale Einrichtungen dürfen nicht der Gegenstand von Sparüberlegungen oder gar Sparmaßnahmen sein. Alle bestehenden Sozialeinrichtungen müssen ohne Wenn und Aber Bestand haben. Auch allen Vereinen, die sich dieses Problems ehrenamtlich widmen, ist auf Dauer hinreichende Unterstützung zu gewähren. Im Bereich Soziales und soziale Integration kann es allein darum gehen, in welcher Form das bestehende Angebot durch weitere Einrichtungen komplettiert werden muss, um zusätzlich auftauchende Probleme aufzufangen, und damit das allgemein angestrebte Ziel der gemeinschaftlichen Wohlfahrt weiterhin erreicht werden kann.

Soziales Kaufhaus

Ein einigermaßen auskömmliches Leben zu führen, ist für Bedürftige ein großes Problem. Die geringe Unterstützung, die ihnen durch die Sozialkassen zukommt, reicht oftmals nicht für das Nötigste.

 

Hinzu kommt, dass die Billig-Lebensmittel von den Discountern in aller Regel nur einseitig ernähren und deshalb der Gesundheit in vielfältiger Weise abträglich sind. Fettleibigkeit aber auch allgemeines Suchtverhalten und übermäßiger Alkoholgenuss mit ihren zerstörerischen Konsequenzen, können die Folge sein.

 

Hagen Aktiv regt deswegen an, Sozialkaufhäuser einzuführen, die, unterstützt aus den Sozialkassen, ein breites Spektrum an Lebensmitteln zur gesunden und ausgewogenen Ernährung sowie Dinge des täglichen Bedarfs zu besonders niedrigen Preisen führen. Die bislang betriebenen „Warenkörbe“ reichen hier bei weitem nicht aus. Selbstverständlich muss dabei gewährleistet sein, dass Missbrauch durch nicht Bedürftige ausgeschlossen ist. Die Rechtsform solcher Kaufhäuser darf deswegen nicht eine gemeinnützige GmbH (gGmbH) sein, wie z.B. bei der Werkhof-Tochter Möbel und Mehr realisiert. Diese verkauft Möbel an Bedürftige aber auch an nicht Bedürftige. Soziale Kaufhäuser müssen zur Gänze gemeinnützig sein. Der doppelte Anspruch könnte, ohne konsequente Aufsicht, leicht zu Lasten der Gemeinnützigkeit gehen bzw. zur Plünderung von Sozialkassen führen: Der erwirtschaftete Gewinn muss bei einer gGmbH vollständig dem gemeinnützigen Zweck zugeführt werden. 

Hauptamtliche Streetworker

Die Beschäftigung eines Streetworkers, der sich um Kinder und Jugendliche kümmert, die ohne Elternhaus sind und auf der Straße leben, ist bislang ein Projekt der Diakonie Hagen-Ennepetal.

 

Diese bestreitet es aus Spendenmitteln, die von unterschiedlicher Seite kommen. Gestartet wurde das Projekt mit einer Spende des Lions Club für zunächst zwei Jahre. Seitdem wird es mit unterschiedlichen Mitteln immer um eine kurze Frist verlängert.

 

Hagen Aktiv sagt, dass auf diese Weise keine Kontinuität in die Bekämpfung des Problems eintreten kann. So kann man es nicht in den Griff bekommen. Die Aufgabe muss vom Amt für Jugend und Soziales übernommen werden, die den Streetworker hauptamtlich beschäftigt. Außerdem müssen hinreichend Mittel für eine zumindest mittelfristige Planung bereitgestellt werden. Erst dann besteht die Hoffnung, dass diese schreckliche Begleiterscheinung der Armut irgendwann einmal aus unserer Stadt wieder verbannt werden kann. Der Bericht des ersten Streetworkers spricht von ca. 75 betroffenen Kindern und Jugendlichen, die kontaktiert wurden.

Mehrgenerationen-Wohnhäuser

Schon im Kapitel Stadtentwicklung und demographischer Wandel wurde auf das Problem hingewiesen, dass unsere Gesellschaft zunehmend überaltert. Dieser Trend, der europaweit festzustellen ist, führt dazu, dass es immer mehr allein stehende alte und betreuungsbedürftige Menschen geben wird. Diese werden in Hagen zurzeit in Altenwohnheimen untergebracht, die zum einen sehr teuer sind und zum anderen die Menschen mehr oder weniger „aussondern“. Oftmals befinden sich die Häuser noch weit außerhalb, so dass eine Teilnahme der Alten am gesellschaftlichen Leben stark erschwert ist. Auch die Betreuung dieser Menschen bereitet zunehmend Probleme, zumal immer mehr Pflegepersonal gebraucht wird, das mit den begrenzten Mitteln aber kaum noch zu finanzieren ist.

 

Aus diesem Grund schlägt Hagen Aktiv ein Modell vor, das sich an das Mehrgenerationenhaus-Konzept anlehnt. In einem Mehrgenerationenhaus gibt es Angebote für Alt und Jung, so dass ein Austausch zwischen den Generationen angeregt wird. In Erweiterung dieses Konzeptes sollten Mehrgenerationen-Wohnhäuser entstehen, in denen Alt und Jung gemeinsam wohnen, zum gegenseitigen Nutzen: Während die Alten von den jüngeren Erwerbstätigen mit versorgt und betreut werden, übernehmen die Alten, sofern es ihnen möglich ist, die Betreuung der Kinder und Heranwachsenden, wenn die Eltern zur Arbeit sind. Durch diese gegenseitige positive Abhängigkeit ist ein ständiges Miteinander von Jung und Alt gewährleistet. Zusätzliche Betreuung durch geschultes Pflegepersonal ist zwar immer noch erforderlich, kann aber stark eingeschränkt werden. Auch die „Unterbringung“ verbilligt sich deutlich.